Samstag, 26. Oktober 2019

Arba Minch - 40 Quellen

Ein spannender Tag steht uns bevor. Unsere Logde liegt hoch über dem Nationalpark Nechi Sar (weißes Gras). Am Morgen konnte wir unzählige uns unbekannte Geräusche vernehmen.


Haus der Dorze

Im Restaurant gab es dann ein super Frühstücksbuffet. Wir starten gestärkt in die Gugu Berge. Nach ungefähr 25 km bergauf auf schlechter Piste erreichen wir ein Dorf der Dorze. Ein Volk mit weniger als 3000 Angehörigen aber eigener Sprache und Kultur. Ein junger Dorfbewohner führt un durch das Dorf.. Die touristischen Besuche sind organisiert. Es wird uns vorgezeigt wie die Dorze ihre wichtigste Pflanze, eine Bananenstaude, nutzen. Zum Beispiel wie sie daraus ihren Brotteig gewinnen oder sonst im täglichen Gebrauch nutzen. Wie sie ihre auffälligen Häuser bauen die einem Elefantenkopf ähnlich sehen. Nach einer Kaffeepause fahren wir wieder zurück nach Arba Minch. 


Brot aus der falschen Banane



Zu Mittag essen wir in einem netten Lokal verschiedene Fishgerichte. Es schmeckt hervorragend deshalb essen wir zuviel. An der Straße Richtung Chamo See nehmen wir unseren Bootsführer Samuel für die Fahrt auf dem See mit. Am See angelangt werden wir mit Schildern vor Krokodilen und Flusspferden gewarnt. 










In einem passablen Boot fahren wir zuerst an einer riesigen Pelikankolonie vorbei. Vor einer Insel sehen wir die ersten Krokodile im Wasser schwimmen. Samuel erzählt uns, dass vor kurzem ein junger Fischer verschwunden ist und ein weiterer durch ein Krokodil schwer verletzt wurde. Die Krokodile wurden gestört und waren deshalb im Wasser. Nach einiger Zeit waren sie dann am Ufer zu sehen. Auf der Rückfahrt sahen wir dann noch mehrere Flusspferde. Samuel hielt großen Abstand und wollte auch nicht mehr wirklich warten. Wir hatten dennoch einiges gesehen und so fuhren wir glücklich zurück. 

Als Abendessen aßen wir eine Frucht die uns aus Spanien als Chirimoya bekannt ist und eine Banane. Auf der Terrasse mit Blick auf den Chamo und Abaya See lassen wir den Tag ausklingen. 

Freitag, 25. Oktober 2019

Südliche Völker


Blick auf den Abaya


Wir verlassen den historischen Norden Äthiopiens und fliegen vom Flughafen Lalibela zuerst in die Hauptstadt Addis Abeba und danach weiter nach Arba Minch in den Süden. Von Lalibela fahren wir in einer knappen Stunde zum sehr kleinen Flughafen der weit unten in einer Ebene liegt. Mit einer Propellermaschine überfliegen wir das zerklüftete Hochplateau. Immer wieder zerschneiden tiefe Flusstäler die Tafelberge mit den vielen schönen Feldern. Ich kann kleine Dörfer mit strohgedeckten Rundhütten erkennen, die typische Bauform für die Region Shoa.

Am Flughafen in Addis haben wir nur 30' Aufenthalt. Auf dem Flugnach Arba Minch überfliegen wir den Abaja See und landen zwischen dem Abaya und dem Chamo See in Arba Minch. 

Am Flughafen wartet bereits Mafis, unser neuer Fahrer. Leider wurde Sissei abgezogen. Er war sehr nett und es ist schade, dass wir uns nicht mehr von ihm verabschieden konnten. 

In der Paradise Logde beziehen wir unser Zimmer und genießen am Nachmittag die schöne Terrasse über dem Nationalpark Nechisar.

Im weitläufigen Garten der Logde leben Paviane die uns gleich am Anfang begegnen. Auch Warzenschweine streifen durch die Anlage. 

Wir sind in Afrika!


Donnerstag, 24. Oktober 2019

Lalibela - Teil III

Heute Donnerstag steht der Besuch der Kirche Gyorgis auf dem Programm. Diese Kirche befindet sich etwas abseits von den beiden größeren Komplexen. Wir gehen über einen leicheten Felsrücken nach unten. Man kann das Kirchendach, ein riesiges Kreuz schon erkennen. Die Kirche wurde perfekt konstruiert und in den Fels gehauen. Es beeindruckt uns enorm, wie gleichmäßig perfekt die Kirche ist. Von außen ist die Gyorgis kaum zu sehen. Sie ist zur Gänze in den Fels geschlagen. Wir genießen den Blick und begeben uns nach unten, umrunden die Kirchen. Anschließend besichigen wir noch den Innenraum, der jedoch nicht so beeinderuckt wie der Bau selbst.

Nach der Besichtigung schlendern wir durch den lokalen Markt. Sehr einfache Marktstände mit beinahe ausschließlich lokalen Produkten wie Getreide (Teff, Weizen, Mais, Sorgum) Paprika (Berberee), Zwiebel, Kraut und Gewürzen. Am Dorfplatz trinken wir noch ausgezeichneten äthiopischen Kaffee. 





Nach der Mittagspause machen wir uns mit einem 4 wd Fahrzeug auf den Weg zur Kirche Asheten Maryam. Die Kirche liegt hoch über Lalibela in 3100 m Höhe. Vom Parkplatz gelangen wir über einen schönen Weg mit toller Aussicht in etwas mehr als 30 ' zur Kirche. Sie wurde ebenfalls aus dem Stein gehauen, ist aber nicht gut erhalten. Der Priester zeigt uns stolz und gegen Trinkgeld vier alte Kreuze und einige sehr alte Bücher. Wir genießen noch den herrlichen Ausblick. Sogar schwarze Kolibri bekommen wir auf einem blühenden Salbei zu Gesicht. 



Wir erreichen Lalibela und essen in einem sehr schönen Restaurant zu Abend. Es war unser letzter Tag in Nordäthiopien. Morgen fliegen wir in den Süden. Es erwartet uns eine völlig andere Region. Andere Völker, Sitten und Landschaften. 

Lalibela - Teil II


Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg die Ostgruppe der Kirchen Lalibelas zu besichtigen. Wir beginnen mit der Kirche Raphael und Gabriel Kirche die wir nur über zwei Brücken erreichen. 18 Meter tief unter uns befindet sich der Hof welcher ebenfalls aus dem Stein gebrochen wurde. Vermutlich war dieser Bau jedoch Teil des Palastes von König Lalibela. Durch einen Gang gelangen wir in eine Innenhof mit der Kirche Bete Lehem (Brothaus), wo früher wahrscheinlich das heilige Brot hergestellt wurde. Das Gebäude ist stark beschädigt. 

Weiters besichtigen wir noch die Bete Mercurio Kirche. Sie ist massiv mit neuer Konstruktion gestüzt bzw. geschützt. Am Ende dieses Rundganges erwartet uns noch die perfekt konstruierte Kirche Emanuel. Hier wurden alle bisher erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse vereint. Die 2-geschossige Kirche ist wie eine typische Lalibelakirche 3 schiffig ausgeführt. 

Am Donnerstag werden wir noch die Gergios Kirche besichtigen. Wir sind aber schon jetzt beeindruckt von der Kirchenarchitektur in Äthiopien. Warum hier in den Bergen derartig aufwendige Kirchen errichtet wurden? Es wird vermutet, dass die Pilgerreise nach Jerusalem zu gefährlich geworden war und die Pilger durch die von Muslime kontrollierten Gebieten nicht mehr reisen durften. König Lalibela ließ deshalb eine Pilgerstätte nach dem Muster Jerusalems errichten. Viele Namen wurden entlehnt, wie jener des Flusses Jordan für einen Bach Yordanos.



Den Tag lassen wir dann ein einem Restaurant mit wunderschönem Ausblick auf die Täler unter Lalibela ausklingen. Wir genießen das Essen bei Sonnenuntergang. 

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Lalibela - Teil I





Lalibela die heilige Stadt der orthodoxen Christen in Äthiopien. Beim Gang durch die, aus kleinen Häusern bestehende Stadt sieht man keine der herausragenden Kirchenbauwerke. Da Sissei unser Fahrer bereits mit dem Auto Richtung Süden nach Arba Minch, unserer nächsten Station aufgebrochen ist, haben wir für Lalibela einen anderen Fahrer mit dem wir ins Zentrum gelangen.

Am Eingang werden wir durchsucht, Michael kauft die Tickets. Ein 5 Tage Pass für 50,- USD und alle Kirchen. Ein kleines typisch äthiopisches Museum haben wir schnell angesehen. Danach geht es zur ersten Kirchen. Wir bekommen noch eine Schuhaufpasserin zugeteilt, da Schuhe vor dem Betreten der Kirchen ausgezogen werden müssen und damit diese nicht verschwinden.






Wie jeder Tourist beginnen wir mit der Kirche Bete Medhane Alem. Die Kirche ist außen von Säulen umgeben und besitzt einen großen Vorplatz. Ohne Bilder lassen sich diese gigantischen Bauwerke kaum beschreiben. Besonders wenn man bedenkt, dass alles aus dem Fels gemeißelt wurde. Innen sind keine Bilder mehr erhalten. Sie besitzt aber typische Baumerkmale axumitischer Kirchen. 

Durch einen 9 m langen unterirdischen Gang gelangen wir zur ältesten, kleinen aber wunderschönen Kirchen Bete Marjam (Haus Marias). Es herrscht dichtes Gedränge. Touristen, Wahlfahrer und Gläubige drängen sich in der kleinen Kirche. Ein Priester mit einem schönen Lalibelakreuz in der Hand reibt Gläubige damit ein. Frauen mit kleinen Kindern stehen an, um sich oder die Kleinen heilen zu lassen. In der 2 geschossigen Kirche sind noch viele Malereien und Verzieungen erhalten. 












Alle Kirchen sind mit unterirdischen Gängen miteinander verbunden. So gelangen wir in den nächsten Hof zu zwei kleineren Kapellen die erst später als Kirchen genutzt wurden. Die Klänge einer heiligen Messe dringen zu uns. Am Eingang zur Kirche des heiligen Michael warten viele in weiß gekleidete Gläubige. Wir dürfen das Ende eines Gottesdienstes miterleben. Mystisch anmutende Gesänge in Geez, eine volle Kirche mit in weiß gekleideten Menschen und viel Weihrauch schaffen eine faszinierende Stimmung. Wir genießen diesen Gottesdienst. 

Dienstag, 22. Oktober 2019

Wukro - Mekele - Lalibela


Die lange Fahrt nach Lalibela steht uns bevor. Die erste Etappe von Wukro in die Hauptstadt von Tigray ist noch kurz und wir nehmen uns noch Zeit das Museum in Wukro zu besichtigen. Die wenigen, aber interessanten Austestellungsstücke sind sehr schön ausgestellt. Ein Opferstein aus vorchristlicher Zeit zeigt eine alte Inschrift in Sabäisch. Man sieht dem Museum an, dass es mit deutschem Mitteln und Wissen errichtet wurde. In Mekele beziehen wir unser Zimmer in einem Stadthotel und genießen danach bei Kaffee auf der Terrasse den Blick auf das Treiben auf einem Kreisverkehr. Danach besuchen wir einen Markt. Neben Obst (Mango, Bananen, Papaya, Äpfel, Guaven) wird sehr viel Getreide wie Teff, Weizen Mais und Kichererbsen angeboten. Wir fahren weiter zum Märtyrerdenkmal. Nach der Sicherheitskontrolle dürfen wir den weitläufigen Park betreten. Das Denkmal ist monströs, steht am höchsten Punkt und gedenkt den Opfern der Revolution gegen Mengistu.

Früh am Morgen starten wir nach Süden. Die Landschaft wechselt wieder einmal und es wird merklich wärmer. Überall sieht man Kakteen wie Opuntien die auch als Zäune Verwendung finden. In Alamata trinken wir in einem kleinen Straßenlokal ausgezeichneten Kaffee. Die Damen ist erfreut über unseren Besuch. Touristen dürften nicht sehr häufig Gäste sein. Ab Kobbo ändert sich die Landschaft wieder und es wird wieder grüner. In einer untouristischen afrikanischen Stadt Woldija essen wir in einem Hotel zu Mittag. Von hier geht es wieder in die Berge. Wir folgen einem langestreckten Tal. Am Ende steigt die Straße an und wird merklich schlechter. Alle 100 Meter ist der Aspalt weggeschwemmt. Es ist bereits 15:oo Uhr und wir haben noch mehr als 100 Kilometer. In Dilb entscheidet sich Sissei nach rechts auf eine Schotterpiste abzuzweigen.



Diese Straße ermöglicht uns herrliche Blicke auf die Landschaft und das landwirtschaftliche Leben. Immer wieder sehen wir Menschen bei der Getreideernte, beim Dreschen und beim Hüten der Tiere. Die Dörfer sind gepflegt und vermitteln eine angenehme Atmosphäre. Gegen 17:00 Uhr erreichen wir Lalibela. Ein Ort auf 2500 Metern der sich langezogen um den Berg Abuna Yosef zieht. Schotterstraße und weit ab der großen Städte. Es verwundert, dass Lalibela Hauptstadt Äthiopiens war. 

Sonntag, 20. Oktober 2019

Danakil

Wüste schon viele Kilometer vor Dallol

Noch im Dunkeln um 05:00 Uhr morgens starten wir und fahren Richtung Süden und ab Adula nach Westen. Wir sind müde, da wir sehr wenig geschlafen hatten. Wukro ist eine heilige Stadt und bei allen Kirchen werden über Lautsprecher Litaneien übertragen, die über die ganze Stadt hallen. Obwohl ich die Sprache Geez (altäthiopisch) nicht verstehe vermute ich, dass um 05:00 Uhr noch Rosenkranz gebetet wurde. Trotz wenig Schlaf hatten wir offenbar ein leichtes Erbeben nicht wahrgenommen. Michael unser Guide erzählte uns aufgeregt davon.  Bei Sonnenaufgang erreichen wir die Abbruchkante vom Hochland in die Wüste der Tiefebene.


Die Landschaft wird karger und karger. Wir passieren wenige kleine armseelige Dörfer. In der Nähe der einzigen Kreuzung verlassen wir Tigray und kommen in die Region Afar. Die Afar leben an der Grenze zu Somalia und leben von Ziegenzucht. Kamele dienen als Lastentiere. Mit unserem Verständnis, kaum vorstellbar, dass man hier (über)leben kann. Die Häuser bestehen entweder aus Steinen oder Hütten aus Trockenholz. 

In einem Dorf halten wir. Sissei unser Fahrer weiß, an wen er sich wenden muss. In einem unscheinbar wirkenden Gebäude soll angeblich die Polis Afar untergebracht sein. Papiere werden ausgefüllt und Michael bezahlt 2500,- ETB (100,- €) Ich verstehe das zwar nicht, aber es ist so. 

Wenig später erreichen wir das schäbige größere Dorf Bere Ale. Die Beiden (Fahrer und Guide) suchen eine Möglichkeit zum Essen. In einem für Europäer unvostellbaren "Touristrestaurant" kehren wir ein. Wir genießen unser Lunchpaket mit Ei- und Thunfischsandvich und dazu sehr guten Kaffee vom Lokal. Am Ortsausgang halten wir an der Straßensperre an. Eine junge Afari bekommt 500,- ETB und einen der beiden Zettel.



Die Sonne steht noch nicht sehr hoch und es ist schon sehr warm. Wir befinden uns beinahe auf Meereshöhe. Beim Dorf Hamedela halten wir. Einfachste Hütten in der totalen Wüste. Wir nehmen zwei bewaffnete Afari auf und fahren hinaus in die Danakilsenke. Jetzt befinden wir uns mehr als 100 Meter unter dem Meeresspiegel.  Der Regen der letzten Tage hat die Salzebene inden riesigen Karum See verwandelt. Ich habe bedenken, ob wir hier mit dem Auto 4 wd durchfahren können.

Nach mehr als 30' durch den Salzsee erreichen wir den Felsblock Dallol. Wir verlassen unser Fahrzeug und gehen gemeinsam mit den beiden Afari zu den Schwefelquellen. Der Blick auf die bunten brodelnden Quellen sind faszinierend. Ich bin enorm beeindruckt von diesem skurillen Ort. Einfach nur traumhaft. Die Sonne wird unaufhaltsam stärker der Wind lässt nach und wir dürfen erfahren warum die Danakil als der heißeste Ort der Erde gilt.






Auf dem Rückweg treffen wir in Bere Ale unerwartet noch auf eine Kamelkarawane die auf dem Weg nach Dallol aufbrach. Nach Hamedela bringen sie Futter und andere Güter und zurück werden die Kamele mit Salzblöcken aus dem Karum See beladen. Auf dem Hinweg trafen wir auf eine mit Salz beladene Eselkarawane. 
Wir blicken auf einen sehr spannenden Tag sehr dankbar zurück. 

Awssa - Addis Abeba

Sonnenuntergang auf dem Balkon des Haile Nach dem wunderschönen Sonnenuntergang über dem Awassa See genießen wir die Nacht im Haile Res...